Christuskirche Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Herzogstadt

Dekanatskantor KMD Gerd Hennecke

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Interview mit Vikarin Dr. Rebecca Scherf

scherfkircheDie ersten Schüler dürfen wieder in die Schule, aber nicht nur die Ausbildung von Jugendlichen wird weiterhin durch die Covid 19-Pandemie beeinträchtigt. Wir sprachen mit Vikarin Dr. Rebecca Scherf über ihre Erwartungen und ihre Erfahrungen.

Warum wollen Sie Pfarrerin werden?

Pfarrerin-Sein hat viele Facetten. Da geht es natürlich vor allem darum, mit Menschen zu arbeiten. Ich weiß das sehr zu schätzen, dass ich Menschen an wichtigen Punkten ihres Lebens begleiten darf: an Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und bis zuletzt am Sterbebett und dann bei Beerdigungen. Das sind bewegende Momente, die zu Erinnerungen ganzer Familien werden – und ich darf sie mitgestalten und begleiten! Ich liebe es außerdem an biblischen Texten zu arbeiten – ich schreibe einfach gerne Predigten, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Ich habe jetzt im Vikariat auch gemerkt, wie viel Spaß es mir macht, Gottesdienste zu halten. Auch ein wichtiger Punkt, warum ich Pfarrerin werden will, ist, dass mein Herz sehr ökumenisch schlägt. Schon seit ein paar Jahren bin ich im Ökumenefachausschuss der Landeskirche und bei der ACK Bayern aktiv. Als Pfarrerin möchte ich mich da einfach auch noch anders einbringen als bisher.

Welche Erwartungen hatten Sie vorher an das Vikariat und die Gemeinde?

Wir, also mein Mann, unsere zwei Kinder und ich, sind im letzten Jahr aus dem Münchener Speckgürtel nach Amberg gezogen, wo mein Mann jetzt Pfarrer ist. Die Landeskirche teilt einem den Vikariatsort zu. Weil mein Mann als Pfarrer im Pfarrhaus wohnen muss, war es klar, dass ich mein Vikariat irgendwo in der Amberger Umgebung machen werde. Weil wir beide zwei volle Stellen mit zwei Kleinkindern haben, hatten wir zu dem Zeitpunkt schon ordentlich Respekt vor dem, was kommt. Aber ehrlich, wir haben es wunderbar getroffen: sowohl mein Mann mit der Amberger Gemeinde, als auch ich mit meinem Mentor und der Sulzbacher Gemeinde.

Was gefällt Ihnen (nicht) an der Gemeinde Christuskirche?

Ich bin kleinere Gemeinden gewohnt. Daher hat mich die Größe schon beeindruckt: die Größe der Gemeinde und des hauptamtlichen Teams. Für so eine Gemeinde braucht es schon gute Strukturen und Organisationsformen. Da lern ich hier ganz viel. Was mich am Anfang aber auch beeindruckt, wenn nicht sogar eingeschüchtert, hat, war die Größe der Christuskirche. Die letzten Jahre habe ich in einer Kirche mit Volksaltar verbracht, also Altar in der Mitte. Drei Meter entfernt davon begann der Sitzkreis der Gemeinde. Alles war nah und direkt. Das ist in der Christuskirche ganz anders und da musste ich mich erst dran gewöhnen. Aber, das habe ich gelernt, mit der Zeit, erläuft und erpredigt man sich auch Kirchen solcher Größen. Was natürlich in der Christuskirche besonders ist, ist die Orgel und das musikalische Angebot. Davon profitiere ich stark, weil ich vor allem die liturgischen Gesänge professionell begleitet einüben kann.

Hatten Sie schon besondere Begegnungen in der Gemeinde?

Im letzten Herbst hatte ich eine Schwerpunktphase Seelsorge, in der ich in den Krankenhäusern in Sulzbach und Amberg unterwegs war. Da gab es eindrückliche Momente und Begegnungen mit schweren Schicksalen und starken Persönlichkeiten. Es ist ein großes Privileg dieses Berufes, dass einem Menschen so viel Vertrauensvorschuss geben und einen an ihren Gedanken, Freuden und Ängsten teilhaben lassen. Solche Begegnungen, in denen ich gemerkt habe, dass Menschen sich einfach mal was von der Seele reden wollen und es gereicht hat, dass ich einfach da war und zugehört habe, empfand ich als wirklich besonders.

Wie hat Corona Ihr Vikariat verändert?

Corona hat mein Vikariat jetzt erstmal vollkommen verändert, in ganz vielen Bereichen: Zum einen bin ich jetzt im Homeoffice, meine beiden Kinder sind zuhause. Mein Mann und ich versuchen uns den Tag einzuteilen, so dass jeder genug Zeit hat zu arbeiten, aber auch, unseren Kindern gerecht zu werden. Das ist schon herausfordernd. Wir haben ein großes Pfarrhaus und einen großen Garten, von daher sind wir wirklich privilegiert und unsere Kinder haben echt Bewegungsfreiheit. Aber Freunde und die Förderung durch die Kita kann man halt nicht einfach so ersetzen.
Zum anderen wäre jetzt gerade meine religionspädagogische Schwerpunktphase, das heißt, dass ich bis Mitte Mai intensiv Schulunterricht für meine beiden Klassen in Sulzbach und Amberg vor- und nachbearbeitet hätte. Das fällt jetzt natürlich flach. Die Auswirkung ist auch, dass dadurch der Theorieteil im Predigerseminar in Nürnberg verschoben wurde. Im Mai wäre ich zwei Wochen dort gewesen. Jetzt ist daraus ein einwöchiger Online-Kurs zum Thema „Kirchenrecht“ im Mai geworden. Wie und wann unsere Theoriekurse im Predigerseminar in den nächsten Monaten stattfinden, weiß im Moment noch keiner.
Und was mir wirklich im Herzen weh getan hat, war, dass alle Gottesdienste und Kasualien ausgefallen sind und wohl noch länger nicht in der gewohnten Weise stattfinden. Ich hätte im März meine ersten Taufen gehabt, auf die ich mich schon sehr gefreut habe. Die sind gleich mit Beginn der Corona-Krise verschoben worden.

Was erwarten Sie für die Zeit nach Corona?

Ganz realistisch betrachtet wird die „Zeit nach Corona“ erst mit dem Impfstoff kommen und das wird wohl noch einige Monate dauern. Bis dahin hoffe ich, dass wir Formen von Gottesdiensten, Andachten und Seelsorge finden, die diesen Anforderungen gerecht werden. Was man in dieser Krise sicher sieht, ist, dass auch wenn die Türen der Kirchen geschlossen sind, sie in allerlei Formen doch gleichzeitig offen sind. Leben als Gemeinde, Gottesdienst und seelsorgerliche Begleitung machen an den Kirchenmauern eben nicht Halt. Und da hoffe ich, dass das von der Kirche allgemein in die Zeit „danach“ mitgenommen wird, auch was solche neuen Formen von Gottesdiensten angeht.

Gedankensplitter

osternVor ein paar Jahren habe ich eine Blumenzwiebel zum Geburtstag geschenkt bekommen und diese vor meinem Küchenfenster eingepflanzt. Jedes Jahr im März blüht seitdem eine Osterglocke in erfrischendem leuchtenden Gelb. Ein Zeichen von lebensbejahender Normalität.

Gerade weil wir uns momentan gut überlegen müssen, ob und wann wir das Haus verlassen, ist diese Blume für mich ein Zeichen der Hoffnung. Sie macht mir Mut und bringt mich immer wieder zum Lächeln.

Ja, Gemeinde lebt von Gemeinschaft, der persönlichen Begegnung. Ja, das ist momentan kaum möglich, was schwierig auszuhalten ist. Dennoch ist es wichtig, jetzt auszuhalten. Ein Kollege hat dies sehr treffend so formuliert: "Du sollst deine Mitmenschen lieben, komm ihnen aber gerade deswegen nicht zu nahe. Übe dich in „liebevoller Distanz“. Auf deine Gesundheit und die deiner Mitmenschen zu achten ist immer wichtig. Jetzt kann es lebenswichtig werden." (Mehr dazu hier).

Und auf eines können wir vertrauen: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Tim 1,7).

Im Vertrauen auf diesen Geist gehe ich fest davon aus: So wie jedes Jahr "meine" Osterglocke wieder erblüht, wird auch unser Gemeindeleben wieder erblühen, wenn die momentanen Beschränkungen aufgehoben sind.

In diesem Sinne: Behüt sie Gott und bleiben Sie gesund!

Ihr Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz

P.S.: Jeden Sonntag vor 9 Uhr werden wie immer die Kirchenglocken läuten. Sie können momentan zwar nicht zum Gottesdienst in die Christuskirche einladen. Aber sie signalisieren: "Wir sind noch da!" Und vielleicht sind sie ein guter Anlass für ein kurzes Gebet zuhause. So bleiben wir zwar räumlich getrennt aber in Liebe und Besonnenheit vereint.

Konsequenzen des Katastrophenfalls für unsere Gemeinde

Linktipps des Dekanats im Umgang mit der Coronakrise (im Aufbau)

 

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