Christuskirche Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Herzogstadt

Dekanatskantor Gerd Hennecke

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Orgelkonzert zum Martinimarkt

Orgel Wei SoEin ganzes Konzert nur in D-Dur? Ist das nicht langweilig? Wenn die Stücke klug ausgewählt und kunstsinnig dargeboten werden, dann nicht. Das bewies Christian Hammerschmidt in der Christuskirche bei der Orgelmatinee zum Weißen-Sonntag-Markt.

Machtvoll, erhaben und erhebend strömte Johann Sebastian Bachs Praeludium und Fuge D-Dur durch das Kirchenschiff. Bei der Fuge tanzte Hammerschmidt geradezu auf dem Pedal. Mit graziöser Leichtigkeit meisterte er die saltatorische Motiventwicklung, die eine Herausforderung für jeden Organisten ist.

So recht passend zum Frühling war Felix Mendelssohn-Bartholdys Orgelsonate V. In strahlenden Farben hat der Komponist hier die Kraft des erwachenden Lebens in Töne gegossen. Hammerschmidt ließ mit seinem Spiel bunte Blumen und frisches Grün sprießen. Das ganze Klangspektrum der großen Schmidt-Weigle-Orgel nutzte er schließlich bei John Rutters Toccata in Seven. Schwungvoll und teils mit jazzigen Anklängen war das ein prächtiger Abschluss.

Mit kräftigem Applaus und großzügigen Einlagen in die Spendenkörbchen am Ausgang dankten die Zuhörer dem Künstler für das genussreiche Konzert. Die Gaben werden für den Einbau der Englischen Tuba, eines ausdrucksstarken Bassregisters, in die Orgel verwendet.

Während im Gemeindesaal unter der Kirche der Kindergarten An der Allee Kaffee und Kuchen kredenzte, stieg Günter Schultheiß, der Vertrauensmann des Kirchenvorstands, mit einer großen Besuchergruppe auf den Turm. Der weite Blick in die sonnenbeschienene Landschaft und über den Markt belohnte sie für die Mühen des Aufstiegs.

Gospelworkshop mit Jean Mondesir Benoit

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70 Sängerinnen und Sänger, die Hälfte davon ohne Chorerfahrung, trafen sich im Gemeindesaal der Christuskirche, um einen ganzen Tag lang Gospel zu singen. Chorleiter Jean Mondesir "Mondi" Benoit aus Haiti (rechts im Bild) hat in Bayreuth Kirchenmusik studiert, ist seit zehn Jahren in der evangelischen Landeskirche als Kantor tätig und leitet ebenso lange erfolgreich Gospelchöre.

Aus einer Einsingübung entwickelte sich bereits der erste vierstimmige Gospel - ganz ohne Noten. Hier konnte wirklich jeder mitmachen. "Das wichtigste ist der Rhythmus", sagte Benoit, "wenn der stimmt, macht es nichts, wenn einmal ein Ton schief klingt." Manche Töne sollen sogar schief klingen: die sogenannten Blue Notes. Auch das hatte der Projektchor schnell "drauf".

Und so konnten die Sängerinnen und Sänger nach sechs Stunden schon ein kleines Konzert mit vier Gospels singen. Viele hatten danach Lust auf mehr - und auch wer nicht dabei war, kann jederzeit beim Sulzbach-Rosenberger Gospelchor "Voices of Joy" einsteigen. Die Proben sind immer Donnerstags um 19:30 Uhr im Gemeindezentrum, Pfarrgasse 3.

Reformation in Wort und Musik

ReformationMusikKurz vor dem 500-jährigen Jubiläum von Martin Luthers 95 Thesen gedachte das Kantorat der Christuskirche des Reformators mit einem rundum gelungenen Konzert in der Spitalkirche. Erst durch Luther erhielt die Kirchenmusik die hervorragende Bedeutung, die sie auch heute noch hat. Ohne die Reformation gäbe es viele der herrlichen Kompositionen nicht, die die Herzen der Gläubigen erheben und die auch bei „Reformation in Wort & Musik“ erklangen.

Die Sopranistin Stephanie Spörl, der Trompeter Guntram Sellinger und KMD Gerd Hennecke präsentierten Kompositionen aus der Renaissance- bis Barockzeit. Einen ganz besonderen Reiz erhielt das Konzert dadurch, dass Hennecke zwischen zwei Orgeln wechselte. Er spielte einige Stücke auf dem spätbarocken Instrument von 1743, das Elias Hößler für die Spitalkirche erbaute. Hier war allerdings deutlich zu hören, dass dieses historische Kleinod dringend einer Restaurierung bedarf. Für die meisten Werke nutzte er das Nikolaus-Manderscheidt-Positiv. Diese kleine, transportable Orgel ließen die Bürger von Sulzbach 1646 für Herzog Christian August als Geschenk für die Nikolauskapelle im Schloss herstellen. Später stand das Instrument in der Kapelle auf dem Alten Friedhof, wo KMD Jürgen-Peter Schindler es entdeckte. Der Kirchenmusiker begann die Rekonstruktion, die sein Sohn, Orgelbaumeister Christoph Schindler vollendete. Schindler hatte das Positiv in die Herzogstadt mitgebracht und stellte es den Zuhörern vor. Es hat sechs Register mit 276 Pfeifen. Eine Besonderheit sind die doppelten Tasten für Halbtöne, weil es Mitte des 17. Jahrhunderts die wohltemperierte Stimmung noch nicht gab und je nach Tonart die Halbtöne etwas höher oder tiefer als heute gestimmt waren.Der Orgelbauer wirkte beim Konzert als Kalkant, er bediente also mit den Händen die beiden Blasebälge und versorgte so Henneckes Spiel mit der nötigen Luft.

Vor allem bei der „Partita“ von Johann Pachelbel konnte man die verschiedenen Klangfarben des Manderscheidt-Positivs schön erleben. Sanft verhangen klang das Register Gedackt 8, munter perlend war Oktav 2, während Superoktav 1 mit spritzigen, kristallklaren Tönen verzauberte. Im Gegensatz dazu stand das näselnde Schnarren vom Regal 8. Auch die Motette „Wir glauben all an einen Gott“ von Balthasar Resinarius, einem Zeitgenossen Luthers, spielte Hennecke auf dem Positiv. Er begleitete den Trompeter und die Sängerin. Spörls Gesang war warm und ausdrucksstark, schön waren ihre jubelnden Höhen. Sellinger spielte eine kapriziöse Barocktrompete, die elegant und silbrig mit der Singstimme einen Dialog führte.

Festlich, strahlend und freudig interpretierten die Künstler auch die Aria „Let the Bright Seraphim“ von Georg Friedrich Händel. Spörl und Sellinger umschmeichelten einander, einfühlsam von Hennecke begleitet. Pfarrer Wolfgang Bruder ergänzte die Musik mit Texten von Martin Luther. „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, „Von den guten Werken“ und das „Friedensgebet“ stimmten die Konzertbesucher auf das Reformationsfest ein. Mit kräftigem Applaus dankten die Besucher in der voll besetzten Spitalkirche den Musikern und dem Liturgen.

Silvesterkonzert in der Christuskirche

Silvester1„Musik für Percussion, Kontrabass, Orgel und Triangel“ - so nüchtern war der Titel des großen Silvesterkonzerts in der Christuskirche. Sechs Künstler zündeten dann ein musikalisches Feuerwerk, das in allen Farben funkelte, und ließen mit ihren Instrumenten die Sektkorken knallen.

Natürlich Bach. Ohne den Großmeister kann es kein Konzert mit Orgel geben. Aber KMD Gerd Hennecke nahm dem Thomaskantor seine etwas angestaubte Perücke vom Kopf, schüttelte Puder und etwas Staub aus und legte zusammen mit dem Schlagzeuger Philipp Senft los. Da war die „Toccata d-Moll“ ein rasantes „Toccatissimo“. Genauso funktionierte es mit der Fuge in a-Moll, der „Kaffeewasser-Fuge“. Die entpuppte sich als leichtfüßiges Swing-Stück, dass die nötige Dosis Koffein für eine lange Nacht beisteuerte.
Voller Energie waren Trommelstücke wie Eckard Kopetzkis „Chrystal Beats“ und das „Trommel-Quartett“ von Siegfried Kolbe, das Senft zusammen mit Johannes Mühldorfer und Moritz Luzner darbot. Senft und Luzner erwiesen sich auch als wahre Artisten auf dem Marimbaphon. Senft ließ mit seinen beiden Händen vier Schlegel über die Stäbe tanzen, Luzner bei Keiko Abes „Prism“ zwar nur zwei, dafür aber mit einem atemberaubenden Tempo. Phantastisch!

Hennecke und Mühldorfer präsentierten Ottmar Gersters „Capricetto“ für vier Pauken und Orgel wie ein Duell. Der Organist schickte dem Paukisten seine ersten Töne wie eine Forderung zum Duell, und Mühldorfer nahm die Provokation an. Die beiden schienen zum Duellplatz zu marschieren und sich dort zu messen. Die Orgel brüstete sich mit ihren Klangfarben und dem Tonumfang, die Pauken führten ihre Dynamik und Ausdruckskraft ins Feld. Nach der ersten Runde des Kampfs war ein Sieger noch nicht erkennbar. Die Kontrahenten schöpften kurz Atem, dann trumpften die Pauken solistisch auf, aber die Orgel hielt tapfer dagegen. Nach einer wilden dramatischen Steigerung nahmen Hennecke und Mühldorfer für ein furioses Finale noch einmal alle Kräfte zusammen, dann endete das Duell mit einem klaren Unentschieden und einer fröhlichen Versöhnung.

Eine Welturaufführung war die Bearbeitung von Edvard Griegs „Holberg-Suite“ für Orgel und Kontrabass, im ersten Satz zusätzlich mit Schlagzeugbegleitung. Sehr schön übersetzten die Musiker die Orchesterfassung in die Sprache von Orgel und Bass. Im schönen Zusammenklang wurden Nachdenklichkeit, tänzerische Ausgelassenheit und auch das Frühlingssehnen in lyrischen Passagen fühlbar.
Wohl das am meisten unterschätzte Instrument der Musikgeschichte ist dreieckig, aus Metall und heißt Triangel. Die Schwierigkeiten fangen schon vor dem Instrument selbst an, man kann nämlich „der“ oder auch „die“ Triangel sagen, in Österreich sogar „das“. Damit dieses wunderbare Instrument endlich einmal die angemessene Würdigung erhält, hat Georg Kreisler ihm eine „Ode“ gewidmet. Senft spielte den (die? das?) Triangel mit großem Ernst und voller Konzentration, so dass die Präzision seines Spiels beeindruckte. Mit verschiedenen Anschlagtechniken ließ er das gesamte Klangspektrum seines Instruments erlebbar werden. Jonas Hennecke sang mit viel Gefühl den feierlichen Text der Ode, und Gerd Hennecke begleitete die beiden Virtuosen an der Orgel. Es war ein Riesenspaß.

Mit dem „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss, spritzig dargeboten von Orgel, üppigem Schlagwerk und Kontrabass, endete das prächtige Konzert. Die Zuhörer in der sehr gut besuchten Christuskirche applaudierten stürmisch, aber die Musiker ließen sich nicht zu einer Zugabe bewegen: Luftschlangen und Fondue warteten schon auf sie.

Christuskirche: Bibelmarathon

Mit Gottes Wort ins neue Kirchenjahr, das war das Motto des Bibelmarathons in der Christuskirche.  In 21 Stunden, von Freitagabend bis Samstagnachmittag, lasen 63 Frauen, Männer und Kinder das ganze Neue Testament vor.

Die Texte des Alten und Neuen Testaments sind 2000 bis 3000 Jahre alt, und ihre Wurzeln reichen sogar noch viel weiter in die Vergangenheit zurück, sagte Diakonin Irene Elsner, als sie den Bibelmarathon mit einer Andacht begann. Trotzdem sei ist die Bibel keineswegs veraltet, sondern bis heute ein Bestseller auf dem Buchmarkt. Ihr Thema sei die Geschichte Gottes mit den Menschen. „Die Bibel kann uns helfen, Gottes Spuren in unserem eigenen Leben zu entdecken“, sagte Elsner und schloss mit einem Wort Jesu Christi aus dem Markusevangelium 13,31: „Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.“

schoetzIm Gemeindesaal begann Dekan Karlhermann Schötz mit den ersten Kapiteln des Matthäusevangeliums. Ihm folgten Dekan Walter Hellauer und viele weitere. Die Bibel entfaltete große verbindende Kraft. Es lasen Männer und Frauen, Junge und Alte, Sulzbacher und Rosenberger, Evangelische und Katholiken, Alteingesessene und Zugezogene, Prominente und weniger Bekannte. Sie trugen in langen Stunden die ganze Heilsgeschichte vor. Die Osterkerze brannte, die Zuhörer lauschten andächtig und ließen das Wort Gottes auf sich wirken. Auch mitten in der Nacht kamen Menschen, um die Botschaft des Herrn zu vernehmen. Still, ruhig und nachdenklich saßen sie da.

Ab der Offenbarung wurde in der Kirche gelesen. Nach so vielen anderen reihten sich jetzt auch Landrat Richard Reisinger und erster Bürgermeister Michael Göth unter die Leser ein. Als letzter Leser trat Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz an das Lesepult. Er trug die letzten Kapitel der Offenbarung vor, wo das Neue Jerusalem beschrieben wird, das nach der Apokalypse aus dem Himmel herabfährt und in der Ewigkeit bestehen wird. Das große Altarmosaik hinter ihm zeigte das  Himmlische Jerusalem, und so wurde die Lesung zum krönenden Abschluss des Themenjahrs „Bild und Bibel“ in der Lutherdekade.

kurzNach einem nachdenklichen Orgelstück schloss Dr. Kurz den Bibelmarathon mit einer Andacht ab. Er predigte über den Satz, der in der Bibel am häufigsten vorkommt: „Fürchtet euch nicht.“ Diese drei Worte werden insgesamt 109 Mal wiederholt. Das sei der rote Faden, der sich von der ersten bis zur letzten Seite durch die Bibel zieht. Deshalb, so der Geistliche, solle man alle mit Verachtung strafen, die mit der Bibel in der Hand Angst und Schrecken verbreiten: „Diese Menschen haben vielleicht viel gelesen, aber wenig verstanden.“ Auch wer glaubt, werde Leid erfahren, aber er könne sich darauf verlassen, dass das Leid nicht das letzte Wort haben wird.

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