Christuskirche Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Herzogstadt

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Friends meet friends – Konzert in der Christuskirche

Zwei Gospelchöre mit zusammen über hundert Sängern, dazu ein Streichorchester aus Brasilien – diese außergewöhnliche Kombination lockte am Samstag unzählige Musikliebhaber in die Christuskirche.

Im Kirchenschiff unten war kaum ein Platz mehr frei, und auch die Empore war gut besetzt, als der Hersbrucker Gospelchor „Sound of Joy“ den Abend mit dem „Rejoice“ eröffnete. Schon bei diesem ersten Lied sprang der Funke über. Die frischen, jungen Stimmen der Sängerinnen und Sänger, die kleine, aber gut besetzte Band und die guten Solistinnen rissen die Zuhörer vom ersten Ton an mit. Fünf Lieder sangen die Hersbrucker allein. Vor allem bei „My Sheperd“ gelang es Karl Schmidt, dem energiegeladenen Dirigenten von „Sound of Joy“, die technische Perfektion des Chors mit besonderer Tiefe, Kraft und Seele zu erfüllen.
Dann kam das Orchester „Camargo Guarnieri“ nach vorn. Die 14 Musiker im Alter zwischen 18 und 25 Jahren unter der Leitung von Daniel César Martins spielten Werke von brasilianischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, deren Schönheit und Vielfalt die Zuhörer tief beeindruckte.
Die „5 brasilianischen Miniaturen“ von Edmundo Villani Cortes nahmen das Publikum mit auf eine Reise durch Brasilien. Das traurige, kühle „Prelúdio“ charakterisierte den Süden des Riesenlandes und die liedhafte „Toada“ porträtierte die einfache Landbevölkerung im Zentrum. Leidenschaftliche Sambaklänge standen in „Choro“ für den Südosten mit den Großstädten São Paulo und Rio de Janeiro, während das zärtliche Wiegenlied „Cantiga de Ninar“ den Norden charakterisierte. Schließlich zeigte „Bailão“ afrikanische Tänze aus dem Nordosten. Martins führte die jungen
Streicher mit unnachahmlicher Augensprache und Mimik. So wirkte er nicht nur auf die Musiker inspirierend, sondern zog mit seinem Charisma auch das Publikum in seinen Bann.
Markante Stil- und Stimmungswechsel prägten Heitor Villa-Lobos' „Bachiana No. 5“, eine Hommage an Johann Sebastian Bach. Den Gesangspart übernahm hier Leyla Bayer mit innigem Gefühl und schöner, gut ausgebildeter Stimme.
„Mourão“ von César Guerra-Peixe basiert auf traditionellen Tänzen der Indianer und der Schwarzen aus Nordbrasilien. Auch hier spielten die Musiker mit Feuer, dabei aber großer Präzision, tiefem Verständnis und ansteckender Freude. Die Zuhörer empfanden es als sehr bereichernd, durch die Musik einen Einblick in die vielfältige brasilianische Kultur zu bekommen.
Nach der Pause konnte man erleben, wie völkerverbindend Musik wirkt, dass sie alle Sprachbarrieren überwindet. Jetzt trat nämlich außer „Sound of Joy“ auch der Sulzbacher-Rosenberger Gospelchor „Voices of Joy“ auf, und die zusammen gut 100 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Schmidt und Dekanatskantor Gerd Hennecke wurden von den brasilianischen Streichern sowie der Band begleitet. Musiker aus der Oberpfalz, Mittelfranken und Brasilien wirkten zusammen, und obwohl sie vorher nur eine gemeinsame Probe hatten, bildeten sie einen wunderbar homogenen Klangkörper. Sie sangen und spielten mit Lust und Liebe. Die mitreißenden Lieder strahlten Lebensfreude und Zuversicht aus. Die Sänger und Instrumentalisten kamen aus weit entfernten Ländern und Regionen, sie sahen unterschiedlich aus und sprachen verschiedene Sprachen, aber gemeinsam lobten sie Gott, und dabei wurde deutlich, dass es im Herzen es keine Unterschiede gibt.
Das letztes Lied „O trenzinho do Caipira“ sang der Chor auf brasilianisch, als Zeichen für die Freundschaft über den Atlantik hinweg. Mit stürmischem Applaus feierten das begeisterte Publikum die Musiker, bis sie schließlich als Zugabe Georg Friedrich Händels „Halleluja“ sangen. Sie gestalteten das Chorstück mit überströmendem Jubel und tief empfundener Dankbarkeit. Tief bewegt dankten die Zuhörer mit nicht enden wollendem Applaus.
Anschließend feierten Brasilianer und Deutsche zusammen im Gemeindesaal unter der Christuskirche. Als der erste Hunger gestillt war, setzte sich ein brasilianischer Musiker an das Klavier und fing an zu spielen, ein anderer holte seine Geige hervor und legte los. Fetzige Jazzklänge erfüllten den Saal, und alle klatschten mit. Auch die Hersbrucker Bläser zeigten jetzt noch einmal, was sie können. Bayerische Volksweisen lockten rasch die tanzfreudige Jugend hervor. Eine lange Polonaise zog durch den Raum, bunt gemischte Paare füllten die Tanzfläche. Die Polkas, Dreher und Zwiefachen entsprachen vielleicht nicht ganz den Vorstellungen der Traditionalisten, waren aber geprägt von Lebenslust, tiefer Musikalität und vor allem der Offenheit für andere Kulturen.

Hintergrund

Das Orchester „Camargo Guarnieri“ wurde 2007 von seinem jetzigen Dirigenten Daniel César Martins in São Paulo gegründet, um Jugendlichen aus schwierigsten sozialen Verhältnissen Lebensmut zu geben und ihnen mit Hilfe der Musik eine Perspektive zu bieten. Heute hat das Orchester rund 50 Musiker. 14 von ihnen machen derzeit mit ihrem Dirigenten eine Tournee durch Deutschland. Sie begann in Hamburg und führt in 25 Tagen bis nach München. Insgesamt gibt das Orchester zwölf Konzerte und spielt in vier Gottesdiensten. Dabei können die südamerikanischen Musiker die deutsche Kultur kennenlernen, zugleich sind sie aber auch Botschafter der brasilianischen Musik.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern pflegt sein langem eine lebendige Partnerschaft mit der Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil (IECLB), der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien. Sie unterstützt seit zwei Jahren das Orchester „Camargo Guarnieri“, das vorher von der Methodistischen Universität São Paulo gefördert wurde.
Der Kontakt nach Bayern ist entstanden, als „Sound of Joy“ vor zwei Jahren für drei Wochen in Brasilien auf Tournee war und dort mit dem Orchester zusammen musizierte.

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