Christuskirche Sulzbach-Rosenberg

evangelisch in der Herzogstadt

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Reformation in Wort und Musik

ReformationMusikKurz vor dem 500-jährigen Jubiläum von Martin Luthers 95 Thesen gedachte das Kantorat der Christuskirche des Reformators mit einem rundum gelungenen Konzert in der Spitalkirche. Erst durch Luther erhielt die Kirchenmusik die hervorragende Bedeutung, die sie auch heute noch hat. Ohne die Reformation gäbe es viele der herrlichen Kompositionen nicht, die die Herzen der Gläubigen erheben und die auch bei „Reformation in Wort & Musik“ erklangen.

Die Sopranistin Stephanie Spörl, der Trompeter Guntram Sellinger und KMD Gerd Hennecke präsentierten Kompositionen aus der Renaissance- bis Barockzeit. Einen ganz besonderen Reiz erhielt das Konzert dadurch, dass Hennecke zwischen zwei Orgeln wechselte. Er spielte einige Stücke auf dem spätbarocken Instrument von 1743, das Elias Hößler für die Spitalkirche erbaute. Hier war allerdings deutlich zu hören, dass dieses historische Kleinod dringend einer Restaurierung bedarf. Für die meisten Werke nutzte er das Nikolaus-Manderscheidt-Positiv. Diese kleine, transportable Orgel ließen die Bürger von Sulzbach 1646 für Herzog Christian August als Geschenk für die Nikolauskapelle im Schloss herstellen. Später stand das Instrument in der Kapelle auf dem Alten Friedhof, wo KMD Jürgen-Peter Schindler es entdeckte. Der Kirchenmusiker begann die Rekonstruktion, die sein Sohn, Orgelbaumeister Christoph Schindler vollendete. Schindler hatte das Positiv in die Herzogstadt mitgebracht und stellte es den Zuhörern vor. Es hat sechs Register mit 276 Pfeifen. Eine Besonderheit sind die doppelten Tasten für Halbtöne, weil es Mitte des 17. Jahrhunderts die wohltemperierte Stimmung noch nicht gab und je nach Tonart die Halbtöne etwas höher oder tiefer als heute gestimmt waren.Der Orgelbauer wirkte beim Konzert als Kalkant, er bediente also mit den Händen die beiden Blasebälge und versorgte so Henneckes Spiel mit der nötigen Luft.

Vor allem bei der „Partita“ von Johann Pachelbel konnte man die verschiedenen Klangfarben des Manderscheidt-Positivs schön erleben. Sanft verhangen klang das Register Gedackt 8, munter perlend war Oktav 2, während Superoktav 1 mit spritzigen, kristallklaren Tönen verzauberte. Im Gegensatz dazu stand das näselnde Schnarren vom Regal 8. Auch die Motette „Wir glauben all an einen Gott“ von Balthasar Resinarius, einem Zeitgenossen Luthers, spielte Hennecke auf dem Positiv. Er begleitete den Trompeter und die Sängerin. Spörls Gesang war warm und ausdrucksstark, schön waren ihre jubelnden Höhen. Sellinger spielte eine kapriziöse Barocktrompete, die elegant und silbrig mit der Singstimme einen Dialog führte.

Festlich, strahlend und freudig interpretierten die Künstler auch die Aria „Let the Bright Seraphim“ von Georg Friedrich Händel. Spörl und Sellinger umschmeichelten einander, einfühlsam von Hennecke begleitet. Pfarrer Wolfgang Bruder ergänzte die Musik mit Texten von Martin Luther. „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, „Von den guten Werken“ und das „Friedensgebet“ stimmten die Konzertbesucher auf das Reformationsfest ein. Mit kräftigem Applaus dankten die Besucher in der voll besetzten Spitalkirche den Musikern und dem Liturgen.

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