Christuskirche Sulzbach-Rosenberg

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„Die Jahreszeiten“ von Haydn

orator 0008Es war voll. Voll war das Kirchenschiff, weil so viele Musikliebhaber „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn hören wollten. Drangvolle Enge herrschte aber vor allem im Altarraum, obwohl die Sulzbacher Kantorei die ersten drei Bankreihen abgebaut hatte. Aber für dieses Konzert mussten dort der Projektchor mit über 70 Sängern, das symphonisch besetzte Weidener Kammerorchester, ein Orgelpositiv und drei Gesangssolisten Platz finden.

Sulzbach-Rosenberg. (cog) Fast zwei Jahre Vorlauf hatte das Konzert gebraucht, und es war schließlich ein doppelter Erfolg: Am Samstag in der Christuskirche, am Sonntag in der Johanniskirche in Lauf. Es war das Ergebnis der sehr fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen der Sulzbacher Kantorei und der Laufer Johanniskantorei. Die beiden Chöre hatten das große Werk jeweils für sich einstudiert, der Feinschliff erfolgte in gemeinsamen Proben. Mit dem Orchester und den Solisten gab es sogar nur zwei Proben kurz vor der Aufführung. Trotzdem fanden die Sänger und Instrumentalisten zu einem harmonischen, scheinbar mühelosen Zusammenklang.
Das ist ganz wesentlich ein Verdienst der Dirigenten. Zuerst dirigierte Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke. Der Sulzbacher war expressiv und emotional, er genoss sichtlich die vielen humorvollen Momente in Haydns Komposition. Er gestaltete das Oratorium gleichsam wie ein Bilderbuch mit farbenfrohen, sehr lebendigen Szenen.

Die Gesangssolisten, insbesondere die Sopranistin Lisa Rothländer, schienen ihre Rollen zu leben. Schelmerei, Zärtlichkeit oder auch Fleiß klang aus ihrer Stimme. Die war lieblich, warm und auch in den höchsten Höhen, die der Sängerin oft abgefordert wurden, nie schrill. Ganz besonders schön war ihr hauchzartes Pianissimo, als sie über den düsteren Winter sang.
Tenor Andreas Kalmbach war zwar in den tieferen Lagen nicht sehr kräftig, erfreute aber mit schönen klaren Höhen.
Beweglich und mit elegantem Timbre war der Bass von Tobias Germeshausen. Seine Stimme war sehr kultiviert und meisterte auch die oft sehr hohen Passagen. Außerdem erfreute er mit außergewöhnlich guter Artikulation.

Die drei Solisten ergänzte der Chor. Zwar waren unter den rund 70 Sängern nur 20 Männer, aber sie waren sängerisch stark und gut platziert. Ungewöhnlicherweise standen sie in der Mitte und kamen dadurch bestens zur Geltung. So ergab sich ein ausgewogenes Klangbild. Der Chor agierte beweglich und präzise. Nuanciert setzte er die verschiedenen Stimmungen um.
Sehr intensiv war das Spiel des Weidener Kammerorchesters. Alle Instrumentengruppen war erstklassig besetzt. Die Streicher ließen im „Sommer“ die Luft vor Hitze flimmern, wilde Dramatik entfesselten Orgel und Pauken zusammen mit den Bläsern bei einem Gewitter, vor allem die Hörner begeisterten bei einer Jagd.

Nach der Pause reihte sich Hennecke in den Chor ein und Markus Kumpf, Leiter der Johanniskantorei, übernahm die Stabführung. Er dirigierte mit großen, raumgreifenden Bewegungen, die jeden einzelnen Instrumentalisten, Chorsänger und Solisten direkt und persönlich zu erreichen schienen. Unter dieser achtsamen Führung blieb Chor trotz der Länge der Aufführung bis zum Schluss frisch und ausdrucksstark. Auch im erhebenden doppelchörigen Schlusssatz gab es keine Ermüdungserscheinungen. Als der letzte Ton verklang, brach stürmischer Applaus los. Mit stehenden Ovationen feierten die begeisterten Zuhörer die Musiker und dankten ihnen mit lang anhaltendem Beifall für ein vollendet schönes Konzerterlebnis.

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